Wer erinnert sich an die letzten 70 Jahre?

Wem das nicht so ganz einfach gelingt, dem kann auf jeden Fall ein Besuch in unserem Archiv helfen. Denn dort verstecken sich fast 70 Jahre Geschichte der Parkaue. In einem Raum werden unzählige Dinge gelagert, die beim Erinnern helfen oder in die Vergangenheit abtauchen lassen. Betreut, sortiert und aufgeräumt wird das alles von Roswitha Weber, die schon lange am Theater ist und früher als Grafikerin die Plakate gestaltet hat. Nach der Wiedervereinigung hat das Theater eine Agentur dafür engagiert, aber Roswitha ist trotzdem geblieben. In den vollen und teilweise schon etwas schiefen Regalen finden sie Andenken aus den letzten Jahrzehnten, die vor der Digitalisierung entstanden sind: Plakate, Dokumentationen von Gastspielen, Auszeichnungen und Stückakten. 

Archiv (1)
Archiv (2)
Archiv (3)
Archiv (4)
Archiv (5)

Diese sind durchnummeriert, damit man auch genau die Inszenierung findet, die man sucht. Das geht über den Namen nicht immer so einfach, da einige Geschichten schon oft erzählt wurden, König Drosselbart zum Beispiel schon drei Mal! In so einer Stückakte befindet sich: das Regiekonzept, das Textbuch, dramaturgischen Vorbereitungen, spezielle Besonderheiten zu Musik, Bühne oder Tanz, Kritiken nach der Premiere, das Programmheft und teilweise Begleitmaterial. Fotos aus der Zeit vor dem Computer liegen auch neben den Akten.

Bevor die Technik das Dokumentieren so leicht gemacht hat, wurden auch Proben- und Vorstellungsbücher handschriftlich geführt. Dort wird alles, was wichtig ist, eingetragen, auch wer krank ist. Im Jahr 1961 wurden immer mehr fehlende Personen notiert, da Kollegen*innen aus Westberlin teilweise nicht mehr zur Arbeit kamen. Eine damalige Souffleuse ist deshalb sogar extra nach Ostberlin gezogen, um weiter an der Parkaue arbeiten zu können, auch in einem Alter von 80 Jahren.

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