Theater lebt auch von Geschichten ehemaliger Kolleg*innen. Wer fällt dir hier ein?

Ganz oben steht bei uns auf der Liste Ilse Rodenberg. Sie war Nachfolgerin ihres Mannes und ersten Intendanten der Parkaue Hans Rodenberg und nur knapp 1,50 m groß. Doch das hielt sie nicht auf, das Theater mit Bestimmtheit zu führen. Durch Energie und Selbstbewusstsein, aber vor allem auch durch Wirkung verschaffte sie sich Respekt. Hinter einem riesigen Schreibtisch und einem gepolsterten Armlehnenstuhl machte sie ihre Größe wett. Um auf ihrem »Trohn« gut sitzen zu können, hatte sie eine Hitsche, eine Fußbank, unter ihrem Schreibtisch stehen. Dazu kam noch eine imposante Frisur: ihre extrem langen Haare wurden vom Chefmaskenbildner regelmäßig gewaschen, getrocknet und gelegt und am Ende hatte Ilse Rodenberg einen Bienenkorb auf dem Kopf der Amy Winehouse Konkurrenz gemacht hätte.

Ilse Rodenberg
Ilse Rodenberg

Selbst als sie nicht mehr Intendantin war, wurde dieser Termin in der Maske weiterhin eingehalten. Außerdem kam sie auch gerne ins Theater, um den neuen Intendanten (ungefragt) mit Rat zur Seite zu stehen. Nach ihrer Karriere in der DDR soll sie nach der Wiedervereinigung gesagt haben, dass sie möglichst alt werden wolle, um diesem neuen Staat so viel Rente wie möglich abzuluchsen. Auch dieses Ziel hat sie erreicht, sie ist fast 100 Jahre alt geworden.

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