Was machst du denn hier?

Wisst ihr, dass es im Theater noch mehr Mitarbeiter*innen gibt als die Menschen hinter und auf der Bühne? Viele sitzen in Büros an ihren Computern, sind unterwegs, um Kontakte zu knüpfen und arbeiten daran, dass ihr im Theater noch mehr erleben könnt. Eine dieser Personen ist Sonja Baltruschat, sie ist Agentin für Diversität vom 360°-Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft.

Als sie angefangen hat am THEATER AN DER PARKAUE zu arbeiten, hatte sie ein bisschen Sorge wie Mrs. Umbridge bei Harry Potter (die kleine Frau mit den vielen Regeln) gesehen zu werden. Diese Sorge hat sich aber als unbegründet erwiesen. Strenge Regeln hat Sonja nämlich eigentlich auch gar nicht so viele – dafür aber ganz viel Wissen, Tipps und Ideen, um das Theater für alle zugänglicher zu machen. Sie unterstützt das Theater dabei, dass wir auf der Bühne auch zeigen, wie Berlin und die Berliner*innen wirklich aussehen.

Ein Comic. In der oberen Bildhälfte sind ganz gleiche, einfache Strichmännchen mit der Überschrift "Uniformity", in der unteren sind ganz unterschiedliche, bunte Monster mit der Überschrift "Diversity".

Menschen mit Migrationshintergrund, People of Color, Menschen mit Behinderung findet man auf und hinter der Bühne immer noch viel zu selten. Dabei sehen die Menschen, denen man in der Schule, bei der Arbeit, auf der Straße oder in der U-Bahn begegnet doch auch nicht alle gleich aus. Das Publikum soll natürlich genauso divers sein.

Menschen im Rollstuhl können z.B. an Vorstellungen teilnehmen. Aber Menschen, die nicht (gut) sehen können, haben mehr Schwierigkeiten. Deshalb arbeiten Sonja zusammen mit anderen Menschen an der Parkaue daran, dass es z.B. bald eine Audiodiskription für manche Stücke geben wird, also eine Beschreibung, was auf der Bühne passiert während des Stückes. Dazu gibt es an anderen Theatern schon Tastführungen, damit Menschen, die nicht sehen können, die Kostüme und Requisiten anfassen und sich das Geschehen auf der Bühne während der Vorstellung besser vorstellen können. Auch das wollen wir bald anbieten. Auch wenn davon pro Spielzeit nur eine Person profitiert, hat es sich schon gelohnt.

Sonja hat vorher schon viel im Sozial- und Kulturbereich gearbeitet und auch für Kinder und Jugendliche z.B. im »Alice – Museum für Kinder« oder beim Projekt »InklusionsTaxi – Taxi für Alle«. Warum ist ihr die künstlerische Arbeit mit und für Kinder so besonders wichtig? Weil junge Menschen, wenn sie etwas gestalten und an etwas teilhaben können, die Chance haben sich zu bilden und ihre Meinung zu äußern, denn das Politische ist immer Teil des Ganzen.

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